Der Vulkan Gunung Batur

Der Gnung Batur ist einer der beiden Vulkane im Osten von Bali. Er ist immer noch aktiv und speit ab und zu ein bisschen Rauch und Asche. Besonders beliebt ist er bei Besuchern der Insel, denn eine Besteigung des Bergs zum Sonnenaufgang ist ein besonderes Erlebnis.

Sonnnenaufgang vom Mount Batur

 

Der Mount Batur und seine Caldera

Auch wenn er der aktivste von Balis Vulkanen ist, er ist mit seinen 1717 Metern kleiner als sein Nachbar der Gunung Agung (3142 m). Der Schichtvulkan befindet sich im Zentrum von zwei konzentrischen Calderen. Ursprünglich war der Berg wesentlich höher, doch bei einem heftigen Ausbruch vor etwa 30.000 Jahren wurde sein oberes Drittel abgesprengt und der äußere Kessel (Caldera) mit dem sichelförmigen Batur-See entstand. Die äußere Caldera misst ca. 10 mal 14 Kilometer und zählt zu den größten weltweit. Die Innere, die es seit ca. 20.000 Jahren gibt, ist 6,5 mal 9,5 Kilometer groß. In der Caldera, also direkt in der Nähe des Kraters, wohnen 16.000 Menschen, vor allem in den Dörfen Kedisan und Toya Bungkah. Die Menschen leben vor allem von den Vulkantouren für Touristen und von der Landwirtschaft: Auf den fruchtbaren Hängen der Caldera wächst viel Obst und Gemüse.

Gipfel des Gnung Baturoben am GipfelDer Batur-See ist bis zu 100 Meter tief und für balinesische Verhältnisse mit 20 Grad Wassertemperatur recht kühl. Oft liegen Nebelschwaden über dem See und lassen ihn mystisch erscheinen. Am östlichen Ufer liegt das Dorf Trunyan mit seinem außergewöhnlichen Friedhof: Die Toten werden hier auf der Erde unter Bambusgestellen bestattet.

Der Gunung Batur bricht immer mal wieder aus, die letzte Eruption war im Jahr 2000. Der heftigste bekannte Ausbruch war 1917, damals wurden über 2000 Tempel und das ganze Dorf Batur zerstört. Der Wiederaufbau des Dorfs und der Tempel erfolgte dann auf der anderen sichereren Seite des Vulkans. Weitere Ausbrüche waren 1963 fast zeitgleich mit dem großen Ausbruch den Gunung Agung, 1923 und 1997.

 

Besteigung des Gunung Batur

Der Aufstieg auf den Vulkan um von oben den Sonnenaufgang zu erleben ist für viele Urlauber ein absoluter Höhepunkt ihrer Balireise. Der Berg ist recht gut mit einem normalen Fitnesslevel zu besteigen, nennenswerte Erfahrung in den Bergen benötigt man nicht: Vom Startpunkt (Parkplatz im Dorf Toya Bunkah) bis zum Gipfel braucht man etwa 2-3 Stunden.

Lavasteine auf dem Vulkan Beim AbstiegUm rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben zu sein, beginnt der Aufstieg der 600 Höhenmeter noch vor 4 Uhr in der Nacht. Dabei wird man von einem lokalen Guide begleitet, denn im Dunkeln ist der Weg allein schwierig zu finden. Dabei sollte man eine Taschenlampe, festes Schuhwerk und eine Jacke oder einen Pullover dabei haben, denn in der Nacht kann auf dem Berg recht frisch und windig werden. Anfangs ist der Weg noch breit, dann wird er zum Pfad und schließlich muss man Stückweise auch kleine Felsen hochklettern. Da der Aufstieg so populär ist, sieht man in der Dunkelheit vor und hinter sich fast immer eine Schlange aus leuchtenden Punkten von Taschenlampen die sich den Hang hinauf schlängelt.

Oben am Gipfel steht eine kleine Hütte, hier gibt es einen Tee zu kaufen und zur Stärkung “kochen” die Guides ein Ei auf den Spalten aus denen heiße Vulkandämpfe steigen. Denn Strom gibt es dort oben nicht, gekocht wird mit der Kraft des Vulkans.

Das Schauspiel zum Sonnenaufgang ist grandios. Je nach Sicht und Anzahl der Wolken fällt es jeden Tag unterschiedlich aus. Bei (halbwegs) klarer Dicht ist zuerst ein Streif am Horizont hitner dem benachbarten Bergen Gunung Abang und den 10 Km entfernten Gunung Agung  zu erkennen. Der Streif wird immer größer, das Rosa nimmt nach und nach den gesamten Himmel ein. Schließlich zeigt sich die Sonne, erst die Spitze und dann steigt sie relativ schnell hoch und es wird hell. Die Aussicht auf den Batur-See, über die Caldera und die Lavafelder am Vulkanhang ist großartig.

Oben auf dem Gipfel ist der Krater zu erkennen, rund um ihn sind einige Spalten aus denen Schwefeldämpfe steigen. In den Büschen an den Kraterhängen leben Affen, die sich jetzt nach Sonnenaufgang zeigen.

Beim Abstieg wärmt die Sonne bereits, das Tal ist ein das warme Morgenlicht getaucht und der Weg führt mitten durch weite Lavafelder. Je näher der Parkplatz kommt, desto vielfältiger und reicher wird die Vegetation, es wachsen wieder Büsche und Bäume, die Karge Landschaft des Hanges liegt hinter einem.

 

Hinweise und Tipps

Fast überall auf Bali kann man eine Tour auf den Vulkan buchen, die die Abholung in der eigenen Unterkunft beinhaltet. Ausgangpunkt der Besteigung ist das Dorf Toya Bunkah, hier gibt es auch eine Handvoll Übernachtungsmöglichkeiten. Beim Aufbruch bei Dunkelheit sollte man immer mit lokalem Guide gehen.

Wer den Berg tagsüber besteigen möchte, braucht nicht unbedingt einen Guide. Allerdings gibt es keinen Schatten auf dem Weg nach oben und man sollte morgens aufbrechen und auf jeden Fall die Mittagshitze meiden. Außerdem ist morgens die Sicht meist klarer als am Nachmittag.

Empfohlene Ausrüstung
  • Jacke und/oder Pullover
  • Festes Schuhwerk
  • Taschenlampe mit genügend Batterien, am besten eine gute Stirnlampe
  • Getränke
  • ggf. einen Happen zum Essen (oben auf dem Gipfel gibt es zwar bei Touren eine Banane und ein gekochtes Ei, aber man weiß ja nie…)

Die beste Zeit den Batur zu besteigen ist zwischen April und Oktober. In der Regenzeit im Januar und Februar kann es heftig regnen und den Aufstieg unsicher machen.

Übrigens, am Fuß des Gunung Batur gibt es noch zwei weitere Sehenswürdigkeiten: Die natürliche heiße Quelle und der Tempel Pura Ulun Danu Batur, der zu den wichtigsten Tempeln Balis zählt. Der Tempel wurde (ähnlich dem Muttertempel Besakih) bei den Ausbrüchen des Batur 1917 und 1963 verschont.

Lage des Gunung Batur